Fee im Hasenbau

copyright Nic

Der Morgen war weich wie ein Seidentuch, das sich über die Welt gelegt hatte. Die Sonne schwebte noch tief zwischen den Baumwipfeln, ihr Licht golden und milde, als hätte sie selbst beschlossen, heute langsamer zu leuchten.

Fee, unsere Hündin, lief neben mir her — leichtfüßig, wach, mit diesem stillen Glanz in den Augen, den nur Tiere tragen, die den Wald kennen wie ein altes Lied. Wir streiften durch das Grün, das in allen Schattierungen schimmerte: junges Blattgrün, moosiges Tiefgrün, das satte Dunkel der Tannen.

Die Luft war erfüllt vom Summen der Bienen, die sich in den Blüten wiegten, von Schmetterlingen, die wie fliegende Gedanken zwischen den Lichtflecken tanzten. Ein Reh hatte sich in der Ferne gezeigt, kaum sichtbar, nur ein Schatten zwischen Farn und Licht. Und der Boden roch nach Leben — nach feuchter Erde, nach Wurzeln, nach Geschichten, die in den Wäldern wohnen.

Fee schnupperte hier und da, ihre Ohren aufgestellt, ihr Gang federnd. Ich sprach leise mit ihr, wie ich es immer tue, wenn wir gemeinsam unterwegs sind. Doch plötzlich veränderte sich etwas.

Fee wurde unruhig. Ihr Körper spannte sich, die Nase tief am Boden, der Blick fokussiert. „Fee“, rief ich sanft, doch sie hörte nicht. Sie hatte etwas aufgenommen — eine Fährte, ein Ruf, ein Geheimnis.

Mit einem Satz war sie losgetrabt, zwischen den Bäumen hindurch, schneller, immer schneller. Ich folgte ihr, rief sie erneut, doch sie war wie verzaubert. Die Äste streiften meine Arme, der Waldboden wurde uneben, doch ich lief weiter, mein Herz klopfte nicht vor Sorge, sondern vor Neugier.

Dann blieb sie stehen. Vor einem Baum.

Aber nicht irgendeinem. Ein Baum wie aus einem Märchenbuch — uralt, mächtig, mit einer Rinde, die Geschichten trug. Moos umschmeichelte seinen Fuß wie ein grüner Schal, und aus seinem Stamm wuchs eine kleine Wildrose, deren Blüten zartrosa leuchteten. Die Luft war hier anders. Dichter. Wie ein Atemzug der Erde selbst.

Fee schnüffelte wild, umrundete den Baum, ihre Pfoten scharrten, und dann begann sie zu buddeln. Mit Hingabe, mit Eifer, mit einer Klarheit, die mich staunen ließ.

Die Erde flog zur Seite, dunkel und duftend. Und dann — ein Bau.

Ein kleiner Eingang, von Wurzeln umrahmt, als hätte der Baum selbst ihn beschützt. Der Geruch war stark: nach Tier, nach Wärme, nach Leben. Fee bellte leise, nicht laut, eher wie ein Flüstern.

Ich kniete mich zu ihr, legte meine Hand auf ihren Rücken. Sie war ganz ruhig jetzt, aber wach, gespannt. Der Bau lag offen vor uns, wie ein Tor zu etwas, das wir noch nicht kannten.

Und ich wusste: Dies war kein gewöhnlicher Morgen. Etwas hatte uns gerufen. Etwas wartete.

Und schon sah ich, dass sich etwas bewegte. Ganz vorsichtig, mit einem kaum hörbaren Rascheln, kroch eine Maus aus dem Rand des Hasenbaus. Sie war klein, aber nicht unscheinbar — im Gegenteil: Ich rieb mir die Augen, denn was ich sah, war so ungewöhnlich, dass selbst der Wald kurz innehielt.

Die Maus trug einen schweren, roten Umhang, der ihr bis zu den Pfoten reichte und bei jedem Schritt leicht hinter ihr herwehte. Darunter blitzte ein weißes Hemd hervor, fein geknöpft, dazu eine grüne Hose, die an den Seiten mit winzigen goldenen Stickereien verziert war. Und an ihren Füßen — tatsächlich! — trug sie kleine schwarze Stiefelchen, die bei jedem Schritt ein leises klack auf dem Wurzelboden erzeugten.

In ihrer Pfote hielt sie einen viel zu großen Stab, der aus dunklem Holz geschnitzt war und an dessen Spitze ein winziger Kristall glühte. Ich konnte nicht sagen, ob es ein Zauberstab war, ein Wanderstab oder ein Werkzeug aus einer Welt, die ich nicht kannte. Aber er wirkte bedeutend. Und irgendwie… lebendig.

Fee buddelte sich derweil immer tiefer in den Bau hinein, Erde flog durch die Luft, Wurzeln knackten, und ich schämte mich fremd. Die Maus warf einen genervten Blick in die Richtung meiner Hündin, schnaubte leise und murmelte: „Na was soll es…“

Ich zuckte zusammen. „Ich kann dich hören“, stammelte ich, mehr zu mir selbst als zu ihr.

Die Maus drehte sich zu mir, ihre Augen funkelten wie winzige Bernsteinperlen. „Natürlich kannst du das, wenn ich das möchte“, fauchte sie und fuchtelte mit dem Stab in der Luft herum, als wolle sie meine Zweifel vertreiben.

Ich war so abgelenkt von dieser seltsamen Begegnung, dass ich ganz vergaß, was Fee gerade tat. Als ich wieder hinsah, war sie verschwunden — ganz im Bau, kein Pfotenabdruck mehr zu sehen, nur ein dunkles Loch, das in die Erde führte.

Die Maus schaute mich an. Prüfend. Nachdenklich. Mit einem Blick, der mehr wusste, als ich je wissen konnte.

Sie tippelte nervös von links nach rechts, dann wieder zurück, dann im Kreis. „Ich kann dir schon helfen, du Menschenwesen“, sagte sie schließlich, „aber du musst mir versprechen, dass du nah bei mir bleibst und darauf achtest, was ich dir sage. Ansonsten könnten wir — durch deine liebe Hündin…“ Sie rollte die Augen so theatralisch, dass ich fast lachen musste. „…in Schwierigkeiten geraten.“

Ich schluckte. Die Maus griff in ihre Manteltasche. Ihre kleinen Pfoten suchten etwas, tasteten, zogen winzige Dinge hervor: eine goldene Nadel, ein zerknittertes Blatt, ein winziges Buch, das kaum größer war als ein Daumennagel.

Dann endlich — ein Fläschchen. Glas, milchig, mit einem glühenden Tropfen darin, der sich bewegte wie ein lebendiger Funke.

„Das brauchen wir“, sagte die Maus. „Und du brauchst Mut. Denn wo deine Hündin jetzt ist, da gelten andere Regeln.“

Ich wollte etwas sagen, doch die Maus hob den Stab. Ein leiser Ton vibrierte durch die Luft, wie ein Glockenschlag aus einer anderen Welt.

Und der Eingang zum Bau begann zu leuchten. Nicht grell. Sondern wie ein Versprechen.

„Du musst den Inhalt des Fläschchens trinken, dann wirst du klein, so wie ich, und wir können deine Fee suchen.“

Die Maus sagte es mit einer Mischung aus Ernst und Ungeduld, als hätte sie diesen Satz schon hundertmal zu ungeschickten Menschenwesen gesagt. Sie hielt das winzige Fläschchen hoch, und der glühende Tropfen darin pulsierte wie ein Herzschlag. Ein warmes, goldenes Licht fiel auf das kleine Mäusegesicht und ließ den roten Umhang schimmern, als bestünde er aus winzigen Rubinen.

Ich starrte das Fläschchen an. Es war kaum größer als meine Fingerkuppe des kleinen Fingers, doch es fühlte sich an, als hielte die Maus darin eine ganze Welt. Der Tropfen bewegte sich langsam, als wüsste er, dass er gleich gebraucht würde.

„Klein… so wie du?“, murmelte ich, mehr zu mir selbst als zu ihr.

Die Maus stemmte die Pfoten in die Hüften, ihr Umhang wehte dramatisch im Wind, obwohl es gar keinen Wind gab. „Ja, klein! Winzig! Handlich! Praktisch!“, fauchte sie. „Sonst kommst du niemals hinterher. Deine Fee trampelt wahrscheinlich schon durch die halbe Unterwelt und  reißt Gänge und Räume ein.*

Sie rollte die Augen so heftig, dass ich nun wirklich herzhaft lachen musste.

Doch dann wurde ihr Blick weich. Fast ein bisschen besorgt. „Hör zu, Menschenwesen…“, sagte sie leiser. „Ich weiß, das ist viel. Aber deine Hündin ist mutig. Und neugierig. Und manchmal… zu mutig.“ Sie seufzte. „Wenn wir sie finden wollen, musst du mir vertrauen.“

Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug. Der Eingang zum Bau glühte noch immer in diesem sanften, warmen Licht, das nicht von dieser Welt war. Fee war dort unten. Allein. Und ich wusste, dass ich ihr folgen würde — egal wie verrückt es klang.

Die Maus hielt mir das Fläschchen hin. Ihre Pfote zitterte ein wenig, als wäre ihr bewusst, wie groß dieser Moment war.

„Trink“, sagte sie. „Aber nur einen Tropfen. Mehr… wäre unklug.“

Ich nahm das Fläschchen vorsichtig entgegen. Es fühlte sich warm an, fast lebendig. Der Tropfen darin leuchtete heller, als würde er mich ansehen.

Ich atmete tief ein. Der Wald um mich herum schien still zu werden. Die Bäume hielten den Atem an. Selbst die Bienen schienen zu lauschen.

Dann öffnete ich das Fläschchen.

Der Duft, der mir entgegenstieg, war süß und fremd — wie Honig, der von Sternen gesammelt wurde, und ein Hauch von etwas, das ich nicht benennen konnte. Ich neigte das Fläschchen und ließ den Tropfen auf meine Zunge gleiten.

Er schmeckte nach Licht. Nach Sommer. Nach Mut.

Und dann begann die Welt um mich herum zu wachsen. Oder… ich begann zu schrumpfen.

Die Maus grinste zufrieden. „Na also“, sagte sie. „Jetzt können wir anfangen.“

Ich sah an mir herunter und musste blinzeln. Ich stand mitten in einem Berg aus Stoffen — meiner eigenen Kleidung, die nun wie riesige Zelte um mich herumlagen. Hosenbeine wie Höhleneingänge, Ärmel wie Tunnel, mein T‑Shirt ein weiches Gebirge aus Baumwolle.

„Ich bin übrigens Karlchen Mäuserich“, sagte die Maus mit einer feierlichen Verbeugung und streckte mir ihre winzige Pfote entgegen. Ich schüttelte sie vorsichtig, und die Pfote fühlte sich überraschend warm an, fast wie die Hand eines kleinen Kindes.

Dann wedelte Karlchen mit seinem viel zu großen Stab, und mit einem leisen Plopp erschien ein Mantel in seinen Pfoten. Er war kaum größer als ich selbst, schimmerte in Farben, die ich nicht benennen konnte — ein Hauch von Morgenrot, ein Streifen Mondlicht, ein Schimmer von Waldgrün, alles verwoben wie lebendige Seide.

„Bitte anziehen, deine Kleidung ist halt einfach etwas groß“, grinste Karlchen und schob mir den Mantel zu.

Dankbar nahm ich ihn entgegen. Er fühlte sich an wie ein warmer Sommerwind, federleicht und doch schützend, als würde er mich mit einem sanften Zauber umhüllen.

„Ich danke dir sehr“, stammelte ich und kletterte aus meinen Kleiderbergen, die nun wie vergessene Riesenlandschaften hinter mir lagen.

Karlchen nickte knapp, zog einen riesigen Wecker aus seiner Manteltasche — so groß wie er selbst — warf einen Blick darauf und stopfte ihn wieder hinein.

„Und wir müssen los“, sagte er mit einer Dringlichkeit, die keinen Widerspruch duldete.

Gemeinsam traten wir an den Rand des uralten Baumes. Der Eingang zum Bau wirkte nun wie ein Tor in eine andere Welt — dunkel, tief, aber vom warmen, goldenen Licht erfüllt, das mich seit dem Trank begleitete. Es schien aus mir selbst zu kommen, wie ein inneres Leuchten, das den Weg erhellte.

Ich setzte den ersten Schritt hinein. Der Boden war weich und feucht, und kaum hatte ich mein Gewicht verlagert, rutschte ich auf dem Schlamm aus und schlitterte ein Stück tiefer in den Bau. Karlchen huschte flink neben mir her, seine Stiefelchen klackten leise, und sein Umhang flatterte wie eine winzige rote Fahne.

„Nur nicht fallen“, murmelte er, „Menschenwesen sind so… unpraktisch gebaut.“

Das warme Licht blieb bei mir, schwebte wie ein sanfter Schein um meine Schultern und ließ mich erkennen, wo ich den nächsten Schritt setzen konnte. Die Wände des Baus waren von Wurzeln durchzogen, die wie Adern eines lebendigen Wesens wirkten. Manchmal glaubte ich, sie würden sich bewegen.

Karlchen blieb dicht an meiner Seite. Seine Ohren zuckten, sein Stab glühte schwach, als würde er die Dunkelheit prüfen.

Da — plötzlich — eine Stimme. Kratzig, tief, leicht genervt.

„Ha, du Tunichtgut, hab ich dich wieder beim Faulenzen getroffen?“

Ich fuhr herum. Das Licht flackerte. Karlchen erstarrte.

Aus dem Hintergrund, aus einem Seitentunnel, bewegte sich etwas. Etwas Kleines. Etwas Rundes. Etwas, das sich räusperte wie ein alter Lehrer, der zu viele Schüler gesehen hatte.

Karlchen seufzte schwer.

„Oh nein…“, murmelte er. „Nicht sie.Meine Frau…“, wisperte Karlchen, und kaum hatte er es ausgesprochen, kam sie auch schon um die Ecke.

Frau Maus war ein Anblick, der selbst in dieser seltsamen, zauberhaften Unterwelt noch einmal alles toppte: In der einen Pfote hielt sie einen Schneebesen, in der anderen wischte sie sich Mehl von der Schürze. Um ihren kleinen Körper war eine geblümte Küchenschürze gebunden, die aussah, als hätte sie sie selbst genäht. Und in ihrem Fell steckten tatsächlich winzige Lockenwickler — rosa, blau und gelb, wie kleine Bonbons.

„Ja, huch, Karlchen! Kannst du denn nicht Bescheid geben, wenn wir Besuch bekommen?“ Sie strich sich, sichtlich peinlich berührt, über ihr Haar — oder besser gesagt über die Lockenwickler — und glättete dann energisch ihre Schürze.

„Komm mit, mein Kind, trink etwas Kakao und iss ein paar Kekse. Ich bin übrigens Mimi.“ Sie nickte in Richtung Karlchen. „Seine Frau.“

Bevor ich überhaupt reagieren konnte, schob Karlchen mich sanft, aber bestimmt, hinter Mimi her. Wir folgten ihr durch einen schmalen Gang, der sich plötzlich öffnete — und ich blieb stehen.

Wir betraten… einen Raum. Einen richtigen Raum. Hier, tief unter einem uralten Baum, in einem Hasenbau, der eigentlich gar keiner mehr war.

Ein kleiner Tisch stand in der Mitte, gedeckt mit winzigen Tassen und Tellern, alles aus hellem Holz geschnitzt. Daneben Stühlchen, so fein gearbeitet, dass ich mich fragte, welcher Künstler sie wohl geschaffen hatte. Ein Kachelofen strahlte gemütliche Wärme aus, und im Herd daneben prasselte ein fröhliches Feuerchen, das den Raum in ein goldenes Licht tauchte.

Es roch nach Kakao, nach frisch gebackenen Keksen, nach Geborgenheit. Nach Zuhause — nur in klein.

Ich staunte. Immer wieder dachte ich: Das darf ich niemandem erzählen. Niemand würde mir glauben. Und doch fühlte sich alles so echt an, so selbstverständlich, als wäre ich schon immer Teil dieser Welt gewesen.

Doch dann schoss mir ein Gedanke durch den Kopf. Ein Stich, warm und scharf zugleich.

Fee.

Wo war sie? Was tat sie? War sie in Gefahr? Oder hatte sie längst ein eigenes Abenteuer begonnen?

Mein Herz zog sich zusammen. Ich sah zu Karlchen, der mich aufmerksam beobachtete. Er wusste, was ich dachte — das sah ich in seinem Blick.

Und bevor ich etwas sagen konnte, hörte ich es. Ein fernes Geräusch.

 Ein dumpfes Poltern.

 Ein Kratzen.

 Ein Bellen.

Fee.

Entschuldigung, Frau Mimi, aber ich muss los… Sie hören ja, meine Hundedame!“ Ich stolperte rückwärts aus der kleinen Mäuseküche, während Mimi mir noch eine Tasse Kakao hinterherreichen wollte. Karlchen war bereits in Bewegung, sein roter Umhang flatterte wieder hinter ihm her.

„Wir kommen später nochmal wieder, Frau Mimi!“ rief ich, bevor wir in den nächsten Tunnel einbogen.

Die Gänge wurden enger, verwinkelter, und manchmal musste ich mich seitlich drehen, um hindurchzupassen. Die Wände waren warm und weich,ebenfalls durchzogen von Wurzeln, die wie die Säulen der Gänge wirkten. Hier und da glimmten kleine Pilze, die ein sanftes, bläuliches Licht verbreiteten — wie winzige Laternen, die uns den Weg wiesen.

Wir lauschten. Doch nichts. Nur das leise Tropfen von Wasser irgendwo in der Ferne.

„Fee…“, flüsterte ich, und mein Herz zog sich zusammen.

Dann — plötzlich —wieder ein Bellen. Und diesmal war es näher.

„Da lang!“, rief Karlchen, und wir rannten los, so schnell unsere kleinen Beine uns trugen.

Der Tunnel wurde breiter, der Boden vibrierte unter meinen Füßen. Ein tiefes, dumpfes Grollen erfüllte die Erde, als würde ein Riese unter uns schlafen und sich im Traum umdrehen.

Dann bebte der Boden. Nicht ein bisschen — richtig. Die Erde neben mir wölbte sich, als würde etwas Großes darunter entlangrasen.

„Was… was geschieht hier?“, keuchte ich.

Erdbrocken lösten sich aus der Wand, flogen durch die Luft, und ich riss instinktiv die Arme hoch, um meinen Kopf zu schützen. Staub wirbelte auf, Wurzeln knackten, der Boden vibrierte wie ein lebendiges Tier.

„Gustaaaaav! Gustav!“ rief Karlchen, seine Stimme hallte durch die engen Gänge wie ein kleiner Donner. „Mach ein wenig langsamer, du verscheuchst ja meinen Gast!“

Der große Erdbuddler blinzelte verwirrt, als hätte er gerade erst bemerkt, dass er nicht allein war. Seine Nase war voller Erde, seine Pfoten riesig im Vergleich zu unseren winzigen Körpern, und sein Fell war so staubig, dass es aussah, als hätte er sich in einem Mehlsack gewälzt.

„Oh… äh… entschuldigt“, brummte Gustav und scharrte verlegen mit einer Pfote. „Ich dachte, ich wäre allein im Schacht.“

Erneut das Gebelle von Fee. Sie kann wwirklich nicht mehr weit entfernt sein.

Karlchen spitzte die Ohren. Gustav hielt den Atem an. Ich fühlte, wie mein Herz schneller schlug.

„Das kommt von dort“, sagte Karlchen und zeigte mit seinem Stab auf einen schmalen Seitengang, der so dunkel war, dass selbst mein goldenes Licht kaum hineinreichte.

„Das ist das alte Wurzelgewirr“, murmelte Gustav. „Da verirrt man sich leicht. Und… da lebt so mancher, den man lieber nicht trifft.“

Ich schluckte. „Fee ist dort drin.“

Karlchen nickte entschlossen. „Dann gehen wir da rein.“

Er griff nach meiner Hand — seine Pfote war klein, aber erstaunlich fest — und zog mich mit sich. Gustav folgte uns, seine Schritte dumpf und schwer, aber vorsichtig, als wolle er diesmal keinen Tunnel zum Einsturz bringen.

Der Gang wurde enger. Die Wurzeln dichter. Manchmal musste ich mich ducken, manchmal seitlich drehen, manchmal über kleine Erdhügel klettern.

Das goldene Licht um mich herum flackerte, als würde es spüren, dass wir uns einem Ort näherten, der älter war als alles, was ich kannte.

Dann — ganz plötzlich — hörten wir es klar und deutlich.

Ein tiefes, warnendes Knurren. Ein Bellen, das nicht wütend klang, sondern… beschützend.

Fee.

Wir waren höchstens noch einen Gang entfernt.

Karlchen hob seinen Stab. Gustav spannte die Schultern. Ich atmete ein.

Und dann bogen wir um die nächste Wurzel.

Ich erschrak, und auch Gustav und Karlchen sahen alles andere als erfreut aus. Vor uns stand Fee — meine tapfere, kleine Fee — und gebärdete sich wie ein wilder Stier. Sie schnaubte, die Lefzen leicht erhoben, und ihre Rückenhaare standen so steil, dass sie aussah wie eine kleine, braune Bürste auf vier Pfoten. Ihr Körper war angespannt, jeder Muskel bereit, sich zwischen das Dunkel der Höhle und das, was sie beschützen wollte, zu werfen.

Und dann sah ich ihn.

Den Dachs.

Riesig. Breit wie ein Felsblock. Sein Fell war schwarz-weiß gestreift, aber nicht weich — eher wie alte, zerzauste Borsten. Seine Augen funkelten gierig, und seine Krallen gruben sich ungeduldig in die Erde, als könnte er es kaum erwarten, weiter vorzurücken.

Wir überlegten kurz, wie wir Fee helfen konnten, doch Karlchen war schneller und schon auf dem Weg.

Mit erstaunlicher Tapferkeit stellte er sich zwischen Fee und den Dachs, hob seinen Stab und rief: „Okra! Guten Tag, alter Knabe. Was ist denn nur hier los?“

Okra schnaufte, als hätte er keine Zeit für Höflichkeiten. Er warf Karlchen einen kurzen, genervten Blick zu und brummte: „Dieses Ding da…“ Seine schwere Pfote deutete auf Fee. „…möchte mir verbieten, an ein wunderbares Mittagessen zu kommen. Mhm… kleine Hasenbabys. Ich wollte sie nur noch ein wenig gedeihen lassen und nun sieh!“

Karlchen blinzelte, sah sich kurz um und rief dann: „Nic, komm her zu mir. Das ist Okra.“

Langsam krabbelte ich aus meiner Schockstarre hervor. Mein Herz klopfte, aber ich stellte mich selbstsicher neben Karlchen, hob mein Kinn und sagte: „Hallo. Und diese kleine braune Hündin heißt Fee. Ich gehe nun mal schauen, was sie da bewacht.“

Fee wich nicht von meiner Seite, doch sie ließ mich passieren. Ihre Augen sagten alles: Schau dir an was ich bewache und du wirst mir zustimmen.

Ich kroch an ihr vorbei in den kleinen Höhleneingang. Der Gang war eng, warm und roch nach Erde, Wurzeln und… Leben.

Und dann sah ich sie.

Vier kleine Feldhasen. Winzig. Kaum größer als meine geschrumpfte Hand. Ihre Ohren lagen eng am Kopf, ihre kleinen Körper hoben und senkten sich im Rhythmus ihres Schlafes. Sie lagen eng aneinander gekuschelt, ein weiches, zitterndes Bündel aus Fell und Unschuld.

Ein leises, warmes Gefühl breitete sich in mir aus. Fee hatte sie beschützt. Ganz instinktiv. Ganz selbstverständlich.

Ich drehte mich um, sah zu Karlchen und Okra hinaus und flüsterte: „Es sind Babys. Vier kleine Feldhasen.“

Okra schnaubte. „Ja. Mein Mittagessen.“

Fee knurrte tief. Karlchen hob warnend seinen Stab.

Und ich wusste: Jetzt musste ich etwas sagen. Etwas, das diesen Moment verändern würde.

Ich ging hinaus und stellte mich vor Okra, so nah, dass ich seinen warmen, erdigen Atem spüren konnte. Mein Herz klopfte, aber meine Stimme war fest.

„Dann hast du diesmal Pech, denn auch ich werde die vier beschützen. Du solltest dir ein anderes Mittagsessen suchen. Und außerdem solltest du schleunigst diesen Ort verlassen — Mama Feldhase möchte zu ihren Kindern zurück, aber hier ist es viel zu laut und unruhig.“

Okra blinzelte. Einmal. Langsam. Sein Blick wanderte von mir zu Fee, die immer noch wie eine kleine Löwin vor der Höhle stand, und dann zu Karlchen.

„So ist es gesprochen.“

Karlchens Stimme war ruhig, aber sie trug etwas in sich… etwas Altes. Etwas, das vibrierte wie ein unsichtbarer Klang.

Sein Stab begann zu leuchten. Nicht grell — sondern warm, golden, wie das Licht, das mich seit dem Trank begleitete. Dann klopfte der Stab dreimal auf den Boden.

Klack. Klack. Klack.

Doch es war nicht Karlchen, der klopfte. Der Stab tat es selbst.

Ein Schauer ging durch die Erde. Die Wurzeln ringsum zitterten leicht, als würden sie den Klang erkennen. Fee verstummte und setzte sich, als hätte sie verstanden, dass etwas Bedeutendes geschah.

Okra jaulte auf — nicht vor Schmerz, sondern vor… Erschrecken. Vor Scham. Vor Respekt.

Er senkte den Kopf. Seine Schultern sackten ein wenig nach unten, und dann geschah etwas, das ich nie erwartet hätte:

Der Dachs verneigte sich. Vor Karlchen.

Nicht tief, aber eindeutig. Ein Nicken, ein Anerkennen, ein Eingeständnis.

Als wäre Karlchen nicht irgendeine Maus. Sondern eine ganz besondere.

Gustav räusperte sich leise. Fee entspannte sich ein wenig, ihre Rückenhaare legten sich langsam wieder an. Und ich… ich sah Karlchen an.

Sein kleiner Körper. Sein roter Umhang. Sein viel zu großer Stab.

Und plötzlich wirkte er nicht mehr klein. Nicht mehr niedlich. Sondern… bedeutend.

Okra wich einen Schritt zurück. Dann noch einen. Er murmelte etwas wie „War ja nur ein Vorschlag…“ und trottete rückwärts in einen Seitentunnel, der groß genug war, um ihn aufzunehmen.

Als er verschwunden war, wurde es still.

 Und Fee, die sich jetzt vorsichtig zu mir drückte, als wolle sie sagen: Ich hab’s versucht. Ich hab sie beschützt.

Karlchen drehte sich zu mir. Seine Augen funkelten.

„Du hast gut gesprochen, Nic“, sagte er. „Aber…“ Er hob den Stab ein wenig. „…du fragst dich sicher, warum Okra mir gehorcht.“

Ich nickte. Mein Herz schlug schneller.

Karlchen lächelte. Ein kleines, wissendes Lächeln.

„Wir lassen die Babys, wo sie sind. Die Mama wird kommen, wenn wir ganz leise sind“, sagte Karlchen mit einer Stimme, die plötzlich so weich war wie Moos. „Gustav, würdest du bitte warten und ihr kurz berichten, was sich zugetragen hat? Du findest doch hier sicher ein wenig zu buddeln.“

Gustav nickte, sein großer Kopf wippte dabei wie ein Felsblock. „Das werde ich tun.“ Er scharrte schon mit den Pfoten, als könnte er es kaum erwarten, sich wieder in die Erde zu wühlen.

„Und wir drei machen, dass wir schleunigst zu Mimi kommen.“ Karlchen klopfte sich die Erde vom Umhang. „Sicher hat sie ein Huhn gekocht, damit auch Fee satt wird. Und ich werde dir dort erzählen, was immer du wissen möchtest.“

Ich lachte leise. „Das wird eine Menge sein. Da reicht ein Tag niemals aus.“

Dann wandte ich mich zu Fee. Sie stand noch immer stolz vor der Höhle, aber ihre Augen waren weich geworden, und ihr Schwanz wedelte leicht.

„Auf geht’s, Mädchen. Du hast eine Belohnung verdient, mein Schatz — auch wenn du wirklich ein kleiner Jagdhund bist.“

Fee stupste meine Hand, als hätte sie jedes Wort verstanden.

Und so machten wir uns auf den Rückweg. Karlchen lief voraus, flink wie ein Funke. Fee und ich kletterten hinterher, durch die engen Gänge, vorbei an glimmenden Pilzen, warmen Wurzeln und kleinen Seitentunneln, aus denen es nach Erde und Abenteuer roch.

Je näher wir Mimi kamen, desto wärmer wurde die Luft. Ein vertrauter Duft breitete sich aus — kräftig, würzig, einladend.

Hühnersuppe.

Als wir die kleine Küche betraten, stand Mimi bereits am Herd. Ihr Schneebesen lag ordentlich beiseite, die Lockenwickler waren verschwunden, und ihre Schürze war frisch geglättet.

„Da seid ihr ja, meine Lieben!“ rief sie und stellte Fee sofort ein Schälchen mit Fleisch und Wasser hin. Fee stürzte sich darauf, als hätte sie seit Tagen nichts gefressen.

Für Karlchen und mich stellte Mimi zwei dampfende Schalen Suppe auf den Tisch. Der Duft war so köstlich, dass mir das Herz warm wurde.

„Esst, damit ihr was werdet“, schmunzelte sie leise und setzte sich zu uns.

Ich nahm den ersten Löffel. Die Suppe schmeckte nach Zuhause. Nach Wärme. Nach Geschichten, die noch erzählt werden wollten.

Karlchen sah mich über den Rand seiner Schale hinweg an. Seine Augen funkelten.

„Bist du bereit?“, fragte er.

Ich nickte.

„Dann erzähle ich dir jetzt, begann er, „wer ich wirklich bin.“

„Ich bin der König, wenn man es so nennen kann, dieser kleinen wunderbaren Welt.“ Karlchens Stimme war ruhig, aber sie trug einen Hauch von etwas Altem, etwas Würdevollem in sich. „Das ist so, weil meine Familie und ich am längsten hier leben und somit diesen Stab haben. Dieser Stab verleiht mir eine gewisse Macht, die ich aber seltenst nutze. Aber er hat dich klein gezaubert… und er hat mich überhaupt zu dir geführt. Ich kann es dir nicht genau erklären, weil es eine Art Zauber und Magie ist.“

Er sah mich an, als wolle er prüfen, ob ich ihm glaubte. Doch wie hätte ich zweifeln können? Nach all dem, was ich gesehen hatte?

Karlchen schob mich sanft in einen weiteren Raum, und als ich die Schwelle überschritt, blieb mir der Atem stehen.

Der Raum war… ein Wohnzimmer. Ein richtiges, gemütliches, warmes Wohnzimmer — nur eben in Mäusegröße.

Ein riesiger Ohrensessel stand an der Wand, so groß, dass Karlchen darin fast verschwand. Auf dem kleinen Tisch davor lag eine Pfeife in einem winzigen Aschenbecher, aus der ein zarter Rauchfaden stieg. Der Duft war überraschend angenehm — nach Kräutern, Wald und einem Hauch von Honig.

„Eindeutig Karlchens Platz“, dachte ich.

Gegenüber stand eine kleine Couch, weich gepolstert, und darauf ein Korb voller Strickzeug. Die Wolle war in zarten Farben gehalten — Rosé, Moosgrün, Himmelblau — und ich wusste sofort: Das war Mimis Platz.

In der Ecke stand eine Stehlampe, deren Schirm aus getrockneten Blütenblättern gefertigt war. Sie warf ein warmes, goldenes Licht in den Raum, das alles noch heimeliger machte.

Und dann sah ich die Wände.

Holzregale. Überall Holzregale. Vollgestopft mit Büchern, Schriftrollen, kleinen Kisten, Gläsern mit seltsamen Dingen darin, winzigen Werkzeugen, Karten, Federn, getrockneten Kräutern und Dingen, die ich nicht einmal benennen konnte.

Ich staunte mit offenem Mund. Es war, als hätte jemand die ganze Welt in Miniatur gesammelt.

Auf dem Boden lagen dicke Teppiche, handgewebt, bunt, weich. Und an den Wänden hingen Bilder — kleine Gemälde von Mäusen. Mäuse mit Umhängen. Mäuse mit Werkzeugen. Mäuse mit anderen Mäusen im Arm.

Mäuse… wie Karlchen.

Er setzte sich mit einem tiefen, zufriedenen Seufzer in seinen Ohrensessel. Der Stab lehnte an der Armlehne, und als er seine Pfeife anzündete, glomm der Kristall an der Spitze des Stabs kurz auf — als würde er mitatmen.

„Setz dich, Nic“, sagte Karlchen und deutete auf einen kleinen Hocker, der wie aus dem Nichts neben mir stand. Fee legte sich zu meinen Füßen, satt, zufrieden und doch wachsam. Ihre Augen ruhten auf Karlchen, als wüsste sie, dass gleich etwas Wichtiges gesagt würde.

Ich setzte mich. Mein Herz klopfte. Der Raum war still, warm, voller Geschichten.

Karlchen nahm einen tiefen Zug aus seiner Pfeife. Der Rauch kringelte sich wie kleine silberne Schlangen zur Decke.

Dann sah er mich an.

„Alles begann vor vielen, vielen Jahren…“

 

Karlchen erzählte lange. Von alten Geschichten, die so alt waren wie die Wurzeln des großen Baumes über uns. Von Zeiten, in denen Frieden herrschte, und von Zeiten, in denen Feinde kamen — Füchse, Marder, Eulen… und ja, auch Menschen. Nicht aus Bosheit, wie er betonte, sondern aus Unwissenheit. Aus dem Nicht-Sehen-Können der kleinen Welt, die unter ihren Füßen existierte.

Seine Stimme war ruhig, aber sie trug eine Schwere, die ich bisher nicht an ihm bemerkt hatte. Die Schatten an den Wänden bewegten sich, als würden sie die Geschichten mitspielen.

Dann sah er mich an. Direkt. Mit einem Blick, der so ernst war, dass ich unwillkürlich den Atem anhielt.

„Nic… ich muss dich um etwas bitten. Bitte behalte alles, was du hier gesehen hast, für dich. Nur so können wir uns wiedersehen. Nur so bleibt unsere Welt geschützt. Und nur so kann ich dir weitere Geschichten erzählen — Geschichten, die du sonst nirgends hören würdest.“

Ich schluckte. Nicht aus Angst — sondern aus Ehrfurcht. Denn plötzlich wurde mir bewusst, wie groß dieses Vertrauen war, das er mir schenkte.

Und gleichzeitig erschrak ich. Denn ich hatte mein normales Leben oberhalb des wunderschönen Baues völlig vergessen. Die Welt da draußen — mein Alltag, meine Aufgaben, meine Zeit — war für einen Moment verschwunden gewesen, als hätte der Wald mich sanft in eine andere Wirklichkeit getragen.

Ich atmete tief ein. Und dann versprach ich es.

„Ich werde niemals über unser Geheimnis reden. Niemals. Und ich freue mich… so sehr… dass ich wiederkommen darf.“

Karlchen nickte. Langsam. Zufrieden. Und ein kleines, warmes Lächeln huschte über sein Gesicht.

„Dann bist du jetzt eine Freundin des Baues, Nic. Und Freunde… sind hier selten. Aber sehr, sehr wichtig.“

Fee hob den Kopf, als hätte sie verstanden, und stupste meine Hand.

Und in diesem Moment wusste ich: Ich würde zurückkehren. Immer wieder. Solange der Wald mich rief. Solange Karlchen Geschichten hatte. Solange Fee den Weg fand.

Nun, Euch kann ich das erzählen — denn Ihr würdet den Baum niemals finden. Nicht, weil er versteckt wäre, sondern weil er sich nur jenen zeigt, die mit dem Herzen sehen. Und mittlerweile ist es schon einige Monate her, seit ich das erste Mal bei Karlchen war. Seit ich durch die Wurzeln gekrochen bin, durch warme Tunnel, durch Geschichten, die älter sind als jeder Waldpfad.

Manchmal, wenn Fee und ich im Morgengrauen spazieren gehen, liegt ein Hauch von Magie in der Luft. Der Wald ist dann noch still, als würde er sich strecken und gähnen, bevor der Tag beginnt. Der Tau glitzert auf den Gräsern wie winzige Kristalle, und die Sonne schiebt sich langsam zwischen den Bäumen hervor, so vorsichtig, als wolle sie niemanden wecken.

Und dann sehe ich sie.

Mutter Hase. Mit ihren vier kleinen Kindern, die inzwischen schon viel größer geworden sind. Sie hoppeln über den Weg, bleiben kurz stehen, schnuppern in unsere Richtung — und ich bilde mir ein, dass Mutter Hase mir manchmal zunickt. So, als wüsste sie, dass ich damals dort unten war. Dass ich sie beschützt habe. Dass Fee ihr Leben verteidigt hat.

Fee steht dann ganz ruhig neben mir. Ihr Schwanz wedelt leicht, aber sie bleibt brav sitzen, stolz, wachsam, zufrieden. Ich schaue sie an — meine kleine Heldin — und mein Herz wird warm.

„Gut gemacht, Mädchen“, flüstere ich dann. Und Fee hebt den Kopf, als würde sie sagen: Natürlich. Das war doch selbstverständlich.

Und jedes Mal, wenn wir die Hasenfamilie sehen, weiß ich: Der Bau ist noch da. Karlchen ist noch da. Mimi kocht vielleicht gerade Suppe. Gustav buddelt irgendwo einen neuen Tunnel. Und tief unter unseren Füßen lebt eine Welt weiter, die nur darauf wartet, dass ich eines Tages wieder anklopfe.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.